Veranstaltungen

Unser Verein Drucken E-Mail

Unser Verein in der Tradition eines Jahrhunderts

 

Im April 1990 wurde in Cottbus die Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde (wieder) begründet. Sie sieht sich als Nachfolger der am 3. Juni 1884 gebildeten Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte. Deren erster Vorsitzende war der damalige Calauer Kreisarzt Dr. Siehe. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit lag zunächst auf Urgeschichte und Volkskunde. Sehr bald erfolgte jedoch eine Ausweitung, insbesondere auf Landesgeschichte, Dialektforschung und Namenkunde.
Von 1892 bis zu seinem Tode 1916 wurde die Gesellschaft von dem Gubener Gymnasialprofessor Dr. Hugo Jentsch geleitet, der ein außerordentlich gewissenhafter und fleißiger Forscher auf den Gebieten Urgeschichte und ältere Geschichte war. Nach ihm übernahm den Vorsitz der Gubener Schulleiter Karl Gander, bekannt durch zahlreiche Arbeiten zur Heimat- und Landeskunde, u.a. eine umfangreiche Flurnamensammlung für den Kreis Guben, eine Sagensammlung für die Niederlausitz und eine umfangreiche "Geschichte der Stadt Guben". Ab 1930 wurde die Gesellschaft von dem Senftenberger Studienrat Dr. Rudolf Lehmann geleitet, einem anerkannten Forscher auf dem Gebiet der Niederlausitzer Geschichte, mit vielen Veröffentlichungen seiner Forschungsergebnisse.
Als Publikationsorgan erschienen seit 1885 die "Niederlausitzer Mitteilungen", bis zur kriegsbedingten Einstellung 1941 in 29 Bänden.
Auch die Niederlausitzer Gesellschaft konnte 1945 auf dem Territorium der sowjetischen Besatzungszone ihre Arbeit nicht weiter fortsetzen. Im Jahre 1954 entstand jedoch am nunmehr von Dr. Rudolf Lehmann geleiteten Landesarchiv in Lübben eine Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde, in der sich die aktivsten Regionalforscher der Niederlausitz wieder zusammenfanden. Mit der Auflösung des Landesarchivs kam im Jahre 1958 auch das Ende dieser Arbeitsgemeinschaft. Zwei ihrer Mitglieder, Prof. Dr. Friedrich Redlich und Archivar Erwin Seemel, gelang aber 1965 in Zusammenarbeit mit dem Bezirksmuseum Cottbus die Gründung eines "Niederlausitzer Arbeitskreises für regionale Forschung beim Rat des Bezirkes Cottbus". Er wurde zur Heimstatt in der Niederlausitz und außerhalb tätiger Forscher und Freunde der Niederlausitzer Landesgeschichte und historischer Landeskunde. Alljährlich wurden zwei Tagungen durchgeführt, ab 1967 konnte auch wieder eine eigene Publikation herausgegeben werden. Zunächst "Niederlausitzer Studien" betitelt, mußte sie 1971 auf Wunsch des Rates des Bezirkes in "Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus" umbenannt werden, führte aber ihren primären Namen als Untertitel weiter. In ihr erschienen weiterhin wichtige Aufsätze und Mitteilungen zur Geschichte und Landeskunde der Niederlausitz; allerdings auf Grund der "von oben" verordneten Zusammenarbeit mit der "Kommission der SED-Bezirksleitung zur Erforschung der örtlichen Arbeiterbewegung" auch mancher vorrangig ideologisch orientierter wissenschaftlich wenig ergiebiger oder wertloser Beitrag. Bis Ende 1989 lagen insgesamt 23 Hefte und mehrere thematische Sonderhefte (z.B. "Steinkreuze-Kreuzsteine", "Münz- und Schatzfunde im Bezirksmuseum Schloß Branitz", "Braunkohle und Archäologie im Bezirk Cottbus" und "Bibliographie zur Geschichte der Stadt Cottbus") dieser regionalen Reihe vor.
Auf seiner 50. Tagung am 21. April 1990 beschlossen die Mitglieder des Arbeitskreises sich zur Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde e.V. umzubilden und damit die alten Traditionen der Niederlausitzer historischen Landesforschung weiterzuführen.
Befreit von den ideologischen Zwängen, werden die Erforschungen von Urgeschichte und Geschichte, von Volks- und Namenkunde der Niederlausitz fortgesetzt. Auch die Publikation des Vereins wird weiter fortgeführt unter ihrem alten Titel "Niederlausitzer Studien". Die Numerierung ist fortlaufend beibehalten worden. Im Jahre 1992 erschien das Doppelheft 24/25 und bis 2001 folgten die Hefte bis Nummer 30. Jährlich finden zwei Tagungen (Mitgliederversammlungen) statt, die auch allen interessierten Bürgern offen stehen. Die Mitglieder
der Gesellschaft stellen auf den Tagungen ihre Arbeiten und Forschungsergebnisse vor.
Die Tagungen finden im Frühjahr meist in Cottbus, im Herbst meist in Orten der Niederlausitz statt, z.B. 1997 in Dahme/Mark, (1998 in Falkenberg/Elster), 1999 in Lugau bei Doberlug-Kirchhain, 2000 in Luckau und 2001 in Spremberg.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 12. Mai 2014 um 17:51 Uhr