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Lausitzer Chronik 1 Drucken E-Mail

Chronik der Lausitz

(Teil 1)

 

Die Niederlausitz, das Gebiet zwischen Schwarzer Elster und Bober (Bóbr), Oder, Spree und Dahme, ist eine durch die vorletzte und die letzte Vereisung geprägte Moränenlandschaft des mitteleuropäischen Flachlandes mit trockenen, meist sandigen Hochflächen und dazwischen liegenden feuchten bis sumpfigen, ehemals vielfach periodisch überschwemmten Niederungen. In urgeschichtlicher Zeit war sie meist nur spärlich besiedelt. Lediglich von Mittlerer Bronzezeit bis Früher Eisenzeit gab es eine dichtere Besiedlung, wie zahlreiche Urnenfriedhöfe der sogenannten 'Lausitzer Kultur' erkennen lassen. Hierauf folgten ostgermanische Stammesgruppen, welche in der Völkerwanderungszeit größtenteils das Land verließen. Nunmehr wanderten von Osten her Stammesverbände der westslawischen Sorben ein und ließen sich in den für sie besonders siedlungsgünstigen Gebieten nieder, während die dazwischenliegenden Räume, insbesondere die trockenen Hochflächen, weitgehend unbesiedelt und von Wäldern bedeckt blieben. In dieser Periode heben sich zwei größere Siedlungsgaue heraus, in der westlichen Niederlausitz Lusizi, in der östlichen Selpoldi. Der Erstere, im Umfeld des Spreewaldes, und nach dessen Sumpfcharakter benannt (altsorbisch Luzyca 'wasser- und sumpfreiche Landschaft') hat dann dem ganzen Land den Namen gegeben. Erst sehr viel später, im 15. Jahrhundert, wurde der Name Lausitz auch auf die heutige Oberlausitz übertragen und die ursprüngliche Lausitz fortan als Niederlausitz bezeichnet.

Im 10. Jahrhundert geriet im Zuge der deutschen Ostexpansion auch die damalige Lausitz unter deutsche Oberherrschaft und wurde zunächst der ausgedehnten östlichen Mark (Marchia orientalis) eingegliedert. Etwas später bildete sich ein eigenes Markgraftum Lausitz heraus, das seine eigenständige Stellung jedoch nicht auf Dauer zu erhalten vermochte, sondern sehr bald schon zum Nebenland benachbarter Territorien wurde. Seit 1136 waren die wettinischen Markgrafen von Meißen auch mit der Lausitz belehnt, die sie bis 1304 besaßen. In diesen Zeitraum fällt der hochmittelalterliche Landesausbau, bei dem durch deutsche und niederländische Siedler unter Beteiligung der ansässigen niedersorbischen Bevölkerung die bislang siedlungsleeren Hochflächen mit planmäßig angelegten Dörfern durchsetzt und das Ortsnetz der Altsiedelgebiete mancherorts umgestaltet und verdichtet wurden. Überwiegend an Burgen entstanden Marktflecken, die sich alsbald vielerorts zu planvoll ausgebauten Städten weiterentwickelten. Außerdem kam es nunmehr zur Gründung verschiedener Klöster, von denen die Zisterzienser-Klöster Doberlug (1165) und Neuzelle (1268) sowie das Benediktiner-Nonnenkloster vor Guben (um 1180?) die bedeutendsten waren. Von ihnen überdauerte lediglich Neuzelle die Reformation; in der Mitte des 18. Jahrhunderts barock umgebaut, wurde es erst 1817 aufgehoben.

In der Folgezeit bietet die Niederlausitzer Geschichte das Bild unablässigen Hin- und Herwogens zwischen den Hauptmächten Meißen-Sachsen, Böhmen-Österreich und Brandenburg-Preußen. Nach mancherlei Wirren im 14. Jahrhundert gliederte Karl IV. 1370 die Lausitz der böhmischen Krone an, mit der das Markgraftum bis 1635 verbunden blieb. In der böhmischen Zeit, während der die Lausitz zeitweise aber auch im Pfandbesitz der brandenburgischen Hohenzollern war, wurde sie durch Landvögte verwaltet. Im 15. und 16. Jahrhundert gelangten große Teile der mittelalterlichen Lausitz an angrenzende Territorien, so an die Mark Brandenburg 1431 die Herrschaft Teupitz, 1462 die Herrschaften Cottbus und Peitz, 1482 Sommerfeld, 1490 die Herrschaft Zossen und 1555/58 die Herrschaften Beeskow und Storkow, an Sachsen 1425 die Herrschaft Finsterwalde, 1448 die Herrschaft Senftenberg und 1477 die Herrschaft Sonnewalde.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 12. Mai 2014 um 09:55 Uhr