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Chronik der Lausitz

(Teil 3)

 

Das einschneidendste Ereignis in der Geschichte der Niederlausitz waren der 2. Weltkrieg und seine Folgen. Im Frühjahr 1945 erreichten die Kampfhandlungen auch diese Region und führten vielerorts in Städten und Dörfern zu umgfangreichen Zerstörungen und zum Verlust wertvollen Kulturgutes, ebenso auch manche Nachkriegsereignisse wie die Vertreibung der Bevölkerung aus der östlichen Niederlausitz, die umfangreichen Demontagen und die Bodenreform. Letztere sowie die forcierte Industrialisierung und Ausweitung des Braunkohleabbaues in den 40 Jahren DDR bewirkten eine Fülle von Veränderungen in Gesellschaft und Landschaft, auf die in diesem Rahmen nicht im Einzelnen eingegangen werden kann. Was die kulturelle Entwicklung der Niederlausitz anbelangt, so war sie im Vergleich zu anderen Landschaften Mitteleuropas mit einer reicheren Naturausstattung eher bescheiden. Im Späten Mittelalter entstanden eine größere Zahl von Feld- und Ziegelsteinkirchen sowie verschiedene Klostergebäude, in den größeren Städten auch Mauerringe mit Stadttoren und Türmen, von denen sich manches, wenn auch mitunter baulich verändert, bis heute erhalten hat.

    

Außer diesen ist infolge von Bränden, Kriegszerstörungen und Abrissen nur wenig ältere Bausubstanz auf unsere Tage gekommen, in den Städten einige Rat- und Bürgerhäuser oder ein früheres Schloß, in Peitz Reste der früheren Festungsbauten, auf den Dörfern neben neuzeitlichen Kirchenbauten wie z.B. in Straupitz insbesondere einige Herrenhäuser und Schlösser, von denen einige, wie z.B. in Fürstlich-Drehna und Sallgast, noch den Charakter von Wasserburgen haben. Ältere Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind in ihrer ursprünglichen Form auf den Dörfern kaum noch anzutreffen, am ehesten noch einige rohrgedeckte Blockhäuser im Spreewald, deren Erhaltung freilich große Probleme bereitet. Unter Denkmalschutz stehen heute auch einige frühere Industriewerke wie etwa der ehemalige Eisenhammer in Peitz, in dem vom Ende des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Raseneisenstein verhüttet und weiterverarbeitet wurde. Hervorzuheben sind einige historische Park- und Gartenanlagen, insbesondere der von Pückler gestaltete Branitzer Park sowie die Schloßparke in Altdöbern, Fürstlich-Drehna, Lübbenau und Lieberose und der Rosengarten in Forst.

     

Eine Universität oder Hochschule hat es in der Niederlausitz in früheren Zeiten nicht gegeben, Theologen, Juristen, Ärzte und Gymnasiallehrer mußten ihre akademische Ausbildung an den Universitäten Frankfurt/Oder (1506-1811), Wittenberg (1502-1817), Leipzig (seit 1409), Berlin (seit 1810) oder anderswo absolvieren. In den größeren Städten bestanden seit dem Mittelalter Lateinschulen, später Gymnasien. Das Volksschulwesen lag Jahrhunderte hindurch völlig im Argen und kam erst seit Ende des 18. Jahrhunderts allmählich in Gang. 1818 wurden im vormaligen Kloster Neuzelle und1819 auch in Altdöbern Lehrerseminare zur Ausbildung von Volksschullehrern eingerichtet.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 13. Februar 2009 um 10:49 Uhr